Über die Gollinger Perchten

Durch das große Publikumsinteresse am Brauchtum Krampus und Perchten wurden im Jahr 1992 die „Gollinger Perchten“ (damals Hobby-Fußballmanschaft) von Neureiter Engelbert in Golling gegründet. Vorerst bestand die Pass aus acht Mitgliedern.

Der vorrangige Wunsch dieser Burschen war, den alten Brauch der Krampuslaufes in der Marktgemeinde Golling wieder aufleben zu lassen und der gollinger Bevölkerung, vor allem Kindern, zu zeigen, dass es auch Krampusse ohne Sturzhelme und Schuhcreme gibt!
Am 5. Dezember 1992 wurde seit langer Zeit wieder ein richtiger Krampuslauf mit der Marktgemeinde, dem Bildungswerk und Obmann Neureiter Engelbert veranstaltet. Durch den großen Zuwachs im Jahr 1994 wuchs die Mitgliederzahl von 15 auf 40 Mitglieder, gemischt aus Bruschen und Mädls.

Derzeit bestehen die „Gollinger – Perchten“ aus rund 25 Burschen und Mädls die auch in den nächsten Jahren dazu beitragen werden, diesen uralten Brauch in Golling nicht aussterben zu lassen!

Gründungsmitglieder 1992

Neureiter Engelbert (Obmann)
Esterbauer Hannes
Wenger Hannes
Steiner Andreas
Steiner Georg
Steiner Robert
Wenger Thomas

Das Brauchtum

Der Krampus (von altdeutsch Krampen = ‚Kralle‘) ist im alpenländischen Adventsbrauchtum und auch in Ungarn und Teilen Kroatiens eine Schreckgestalt in Begleitung des Heiligen Nikolaus. Im bayerischen Voralpenraum ist der Krampus eher unter der Bezeichnung „Kramperl“, im steirischen Salzkammergut unter dem Namen „Miglo“ geläufig. Der Krampus ähnelt in der Funktion dem Knecht Ruprecht, es bestehen aber Unterschiede zwischen beiden Figuren, zum Beispiel treten Krampusse meist in größeren Gruppen auf. Die Gruppe aus Nikolaus, Krampus und Körbelträger (oder auch Waldmann) wird vor allem im Land Salzburg, im Tiroler Unterland und im österreichischen Salzkammergut als Pass bezeichnet.

Ausgehend von den Klosterschulen (Knabenbischofsfest) entwickelte sich seit Mitte des 17. Jahrhunderts der Einkehrbrauch: begleitet von Schreckgestalten, Teufeln und Tiermasken (Habergeiß), prüft und beschenkt der Hl. Nikolaus die Kinder, während die Unartigen vom Krampus bestraft werden. Symbolisch geht es dabei um das ewige Wechsel- und Gegenspiel von Gut und Böse. In der Gegenreformationszeit entstanden Stubenspiele, die bis heute in Mitterndorf (Steiermark) und in Tirol existieren.

In vielen Dörfern und Städten gibt es auch heute noch Krampusumzüge, bei denen die Krampusse unter lautem Lärm ihrer Glocken durch die Straßen ziehen um Passanten zu erschrecken. Dabei machen sie auch Gebrauch von ihren langen Ruten. Beim „Kramperltratzen“ machen die Kinder der Gegend daraus eine Mutprobe, indem sie versuchen, die Krampusse zu reizen („tratzen“), ohne „erwischt“ oder geschlagen zu werden.

Krampustag ist der 5. Dezember, während das Fest des Hl. Nikolaus auf den 6. Dezember (Nikolotag) fällt; üblicherweise erscheinen aber beide Gestalten gemeinsam am Abend des 5. Dezembers. In vielen Regionen vermischt sich die Gestalt des Krampus mit dem Perchtenbrauchtum.

Die bekanntesten und eindrucksvollsten Krampusumzüge ereignen sich in Osttirol, dem angrenzenden Kärnten und in Salzburg; dort werden traditionelle Masken und Gewänder getragen, die in aufwändiger Handarbeit hergestellt werden.